Vattertachstour 2010

Es ist wieder soweit! Seit 1993 unternehmen wir zum Vattertach eine 4-tägige
Tour. Seit einigen Jahren haben wir uns auf den Campingplatz
Leuchtturm
in Timmendorf auf der Insel Poel
eingestimmt. 2009 konnten wir leider nicht fahren und haben Poel zu uns geholt haben.

Donnerstag 13.05.2010
Nach zwei Jahren Poel-Abstinenz geht’s endlich wieder auf die Insel! Nachdem am Vorabend etliches Zeug im Anhänger und MTW verstaut wurde, ging’s heute morgen um 7.00Uhr los. Es ist mittlerweile Wahnsinn was wir alles mitschleppen. Grill, Kocher, Schlauchboot, Aussenborder, div. Angelausrüstungen, Grillpfanne, etc. Tja irgendwie bringen wir doch die Zivilisation in die Natur.

Hinter Hamburg legten wir den obligatorischen Stinkefrikadellen-Stop ein. Der Kassierer kleckerte mit Ketchup auf dem Parkplatz rum, sodass wir uns zeitig weiter auf den Weg Richtung Wismar zur Insel machten.

Nachdem wir in Timmendorf auf unserem Campingplatz angekommen sind, wurde zügig das Zelt errichtet. Dummerweise ist die Gasleitung unseren Grills beim Transport kaputt gegangen. Dank des gut ausgerüsteten Wohnwagens von Gerda konnte der Schaden halbprofessionell behoben werden. Gerda heißt eigentlich Wolfgang und gehört zu den Wassersportfreunden Poel. (Seite startet mit Sound).

Holgi, ein Winninghäuser mit Migrationshintergrund der doch irgendwie zur Familie gehört, wurde abgestellt zum grillen. Somit konnte er nachträglich seinen Einsatz zum Gelingen des Osterfeuers leisten. Der Abend gestaltete sich feucht fröhlich und um mal in der Sprachejagon einer Jahreshauptversammlungen zu verfallen: Die Veranstaltung nahm einen guten Verlauf.

Wer früh anfängt, hat später mehr davon. So „musste“ unserer Kassierer auch seinen Nachwuchs mit nach Poel schleifen, aufgrunddessen schlich sich die Redewendung „Petz das nicht Mutti“ in unseren Sprachgebrauch ein.

Henning, Prönzel und Poppi versuchten unterdes mit der MS Winninghausen die Ostsee zu erobern. Allein das Ablegemanöver war so sehenswert, das wir es uns am Strand bequem machten um dieses Schauspiel mit anzusehen. Nachdem die MS Winninghausen an der ersten Sandbank (quasi nach 3m Fahrt) gestrandet ist und die Herren wieder aussteigen mussten, um darüber hinweg zu kommen, konnten wir uns vor lachen nicht mehr halten. Da das Wetter nicht wirklich angenehm war, haben wir uns zügig vom Strand zurückgezogen. Zur Ehrenrettung der 3 muss ich aber berichten, das sie ordentlich Hornhecht geangelt haben, welcher Abends gut gegrillt verspeist wurde.

Unterdessen konsumierten wir diverse Hydraulikfilme, welche Locke netterweise auf seinem Notebook bereitgestellt hat. Wir mussten feststellen, das Kümmerling die Nippel hart macht und Katja Saalfrank auch darum bemüht ist jungen hilflosen Männern im Berliner Nachtleben zu helfen. Leider sind die Lautsprecher des Notebook sehr bescheiden ausgelegt, sodass der Filmgenuss doch ein wenig auf der Strecke blieb. Puffer, der vor zwei Jahren aufgrund einer Magenverstimmung leider frühzeitig die Segel streichen musste, nagelte unterdessen einen frisch geräucherten Aal weg.

Wir werden ja auch älter und somit wird Zeitspanne zwischen der Meldung im Kopf „Du musst auf’s Klo!“ und dem Zeitpunkt wann das spätestens erledigt sein muss immer kürzer. Daher haben wir dieses Jahr einen WC-Chopper dabei, ein altes Klappfahrrad. Dies wurde mit einer Piratenfahne und ner Rolle Klopapier gepimpt, fehlt eigentlich nur noch der Motor….(merken für 2011!)

Eine weitere technische Neuerung hielt Einzug. Unsere Zeltbeleuchtung kann nun per Fernbedienung gesteuert werden. Ein deutlich Fortschritt gegenüber dem Rausziehen des Steckers.

Unser Kamerad Lütsch-Pille zeichnete immer dafür zuständig, sich morgens um den Kaffee zu kümmern, leider war er diesmal nicht dabei. Daher kamen wir auf die Idee auch die Kaffeemaschine mit der Fernbedienung zu steuern, quasi von der Luma aus den Brühvorgang in Gang zu setzen.

Wir haben an alles gedacht, nur haben wir die Filtertüten vergessen. So musste dieses Vorhaben warten.

Fazit des Tages: Endlich wieder Poel, aber petz das nicht Mutti!

Freitag, 14.05.2010
Wir puzzelten uns aus unseren Schlafsäcken. Prönzel (Der Kaputte aus’m Roomster mit dem Dauerschlafsack an), muss aufgrund seiner nächtlichen Laubsägearbeiten im Auto schlafen, durfte auch wieder ins Zelt.

Das Kaffeeproblem musste irgendwie gelöst werden und da wir echte Männer sind, wurde professionell ein Filter aus unbenutztem Klopapier gebaut. Dem Kaffeegenuss hat dies keinen Abbruch getan, im Gegenteil wir denken über eine Patentanmeldung nach.

Der WC-Chopper stand über Nacht draussen, sodass sich das Klopapier in einer Art HakleFeucht gewandelt hat, auch nicht wirklich schön.

Meine Idee eine Luma auf das Feldbett zu schnallen stellte sich als doof heraus, hatte ich am Morgen doch ordentlich Rücken. Also wieder runter mit dem Teil vom Feldbett.

Rituelle Körperwaschungen wurden durchgeführt und auch die Einnahme der Medikamente verlief reibungslos sodass wir nach einem ausgiebigen Frühstück uns auf den Weg nach Wismar machten. Zuvor wurden noch Angel-Erlaubnisscheine in der örtlichen Kurverwaltung geordert und die Feuerwehr Kirchdorf besucht.

In Wismar angekommen, schlenderten wir durch die Innenstadt. Da das Wetter nicht wirklich schön war, wurde so mancher Kaffee in Coffee-to-go-Läden geordert. Auch ne komische Kultur die sich da entwickelt. Bei manchem Kaffeeröster bekommt man bessere Anziehsachen als Kaffee und in anderen Kaffee-Läden brauchst erstmal nen Duden um dir ein Kaffee-Mocca-Frappe-Presso-Dingenskirchen mit geeistem Tralala zu bestellen.

Nach dem Bummel durch die Stadt sind wir noch einkaufen gefahren. Locke und ich hatten uns vorgenommen ein richtig leckeres Chili con Carne zu basteln. Der Hunger auf Fisch musste noch gestillt werden, sodass wir im Hafen den kombinierten Fisch- und Appachenmarkt besuchten. Bei leckeren Fischbrötchen konnte noch durch allerlei Ramsch gewühlt werden.

Unsere 3 Hochseefischer begaben sich todesmutig wieder auf die Ostsee während der Rest den Nachmittag nach dem Motto „Grillen & Chillen“ verbrachte. Locke und ich machten uns an die Zubereitung des Chilis, was sich als äußerst lustige Kochstunde herausstellte. Aufgrund der mangelnden Würze und des steigenden Blutalkohols kamen wir auf die glorreiche Idee das Chili mit Jägermeister zu verfeinern, was sich als Glücksgriff herausstellte.

Dem Anglizismus zugewandt wurde daraus „Huntingmaster-Chili“. Ich möchte sagen, das wir ein Spitzen-Rezept entwickelt haben. Da die Firma Maggi netterweise eine ServiceBox auf Ihrer Homepage bereithält, wurde der Rezeptvorschlag per Mail übermittelt. Eine Antwort bleibt noch abzuwarten.

Update 04.06.2010: Hallo Jungs und Mädels vom Maggi Kochstudio! Vielen Dank für die tollen Zeilen und die Aufmerksamkeiten. Ein tolles Beispiel für Kundenbindung! Bitte so weiter machen!

Im Laufe des Nachmittags kamen dann auch Steini und unser L.I. (leidender Ingenieur) Andreas L. aus H. an der W. auf dem Campingplatz an. In einer großen Aufholjagd gaben sich die Beiden größte Mühe sich unserem Alkoholpegel zu nähern.

Der Kassierer versuchte seinem Sohn beizubringen warum man was wann nicht sehen darf oder ne Strumpfhose rüber muss, aber egal das ist eine andere Geschichte. Aus unsicherer Quelle wurde uns zugetragen, das Atze (Präsident von WikiWiki-Land) und Phil immer mal wieder im TSF sitzen und Bier trinken, man könne dabei so schön aus der Garage gucken…. muss man nicht verstehen aber so soll es sein.

Auch unserer Ostsee-Piraten kamen zurück und schauten ein wenig zerknautscht. Unser MOB hat den neu erworbenen Anker vorschriftsmäßig versenkt, sodass wohl in den kommenden Wochen Knotenkunde auf dem Dienstplan stehen wird.

Die Ankunft vom L.I. hatte auch zur Folge das nun Aktivlautsprecher zur Verfügung standen. Das hochintellecktuelle Kulturprogramm wurde dadurch doch deutlich aufgewertet. Unser Kassierer wurde seitdem nur noch PM genannt (nein diese Abkürzung wird hier nicht verraten).

Der Abend nahm mit’ner ordentliche Portion Huntingmaster-Chili im Bauch einen ganz amüsanten Verlauf. Plötzlich gab es einen dumpfen Aufschlag und alle wunderten sich und liefen schnell nach draußen um nachzusehen. Was war geschehen? Unser L.I. hatte sich vorgenommen mit dem WC-Chopper auf dem Hinterrad zum Klo zu fahren. Er unternahm 6 Versuche bis er schlussendlich aufgab. Bis auf ein defektes Rücklicht am WC-Chopper ist aber nichts passiert. Netterweise hab ich das Ganze auf Film dokumentieren können.

Fazit des Tages: Lang lebe Stuntman Latino Levkoje!

Samstag, 15.05.2010
Das Chili verfehlte in der Nacht natürlich nicht seine Wirkung und so waberte doch eine recht interessante Geruchsmischung durch unser Zelt. Poppi und mich konnte dies nicht abschrecken und so gab’s Chili zum Frühstück.

Ich nahm am morgen den WC-Chopper für den Weg in die Dusch- und Waschräume und was soll ich sagen. Da klaut doch tatsächlich jemand das Deko-Klopapier vom Fahrrad. Sachen gibt’s….

Da sich zu den niedrigen Temperaturen nun auch noch Regen gesellte, hockten wir mit 12 Mann im Zelt fest. Die Stimmung ließen wir uns aber nicht vermiesen und machten das Beste draus.

Eine Delegation machte sich auf den Weg in den Baumarkt, schließlich wurde ein neuer Anker benötigt.

Der Rest zapfte fröhlich vor sich hin und arbeitete konsequent gegen die Unterhopfung. Ja ich möchte sogar sagen, es stellte sich das gewisse Schünemannplatz-Lebensgefühl ein. Der Kassierer sinnierte weiter mit seinem Sohn, Ralf bastelte nen Tischläufer aus Klopapier und ich begann zu lesen, gab dies auf und beamte mich konsequent mit Wodka-Bull in den Schlaf.

Wir entschieden uns eines der bedeutendsten Filmwerke der deutschen Geschichte zu schauen. „Das Boot“ wurde in den DVD-Player geschmissen. Es passte zum Wetter und der Stimmung und was soll ich sagen: „Mein Gott! Das ist Thomsen!“.

Gegen Abend wurde wieder anständig gegrillt, nur Poppi und ich widmeten uns abermals dem Chili, was uns nun echt zu schaffen machte. Ich darf noch mal „Das Boot“ zitieren: „Mal sehen ob die Verschlüsse halten“.

So verflogen die Stunden und so wurde darüber sinnierte warum die Geschichte der Erderwärmung eine Propaganda-Lüge sei, der L.I. ein Doppelleben als Balljunge bei Eimerfestspielen pflegt, warum es manchmal besser sein kann sein Ding zwischen der Küchentür zu zerkloppen und warum man nicht aus jeder Dose Bier trinken kann.

Tja alles in allem ein gelungener Nachmittag. Auch lernten wir ein nettes Pärchen aus dem Nachbarzelt kennen, Klaus und seine Bibi kamen ebenfalls aus der Region Hannover. Er war Haustechniker und sie Krankenschwester. Total nett die Beiden, sodass wir sie eingeladen haben den Abend bei uns im Zelt zu verbringen, schließlich hatte uns Gerda mittlerweile seinen Beamer geliehen um das DFB Pokal-Finale auf der großen Leinwand zu gucken.

Henning hat in der Zwischenzeit die Winninghäuser-Tafel eröffnet und bereitete Bratkartoffeln zu. Das tolle an unserer Tafel ist, dass es nicht nach Bedürftigkeit geht, sondern nach Alphabet. Der Abend verflog und wir bekamen mit, dass eine Sturmwarnung für Nordwest Meck-Pom herausgegeben wurde. Wir verzurrten unser Zelt nochmal anständig nach und lebten fortan mit der Regel: Immer mit dem Wind pinkeln!

FAZIT DES TAGES: Vorne fünfzehn hinter oben zehn! Aufkommen lassen!

Sonntag, 16.05.2010
Der Morgen danach. Die Nacht war ordentlich stürmisch und so manche Windböe hat unser Zelt erfasst. Gott sei Dank ist alles gut gegangen. Nach einem ordentlichen Frühstück machten wir uns daran alles zusammen zu räumen und so kamen wir zeitig los um den Heimweg anzutreten.

Nach einigen Stunden Fahrt kamen waren wir zu Hause. Alles in allem eine gelungene 4-tägige Vattertachstour. Wir freuen uns auf 2011!

Fazit des Tages: Die Zivilisation hat uns wieder und die tollsten Männer der Welt sind Winninghäuser! (inkl. Exil-Winninghäuser und mit Migrationshintergrund)

Mir wurde nachgesagt, Stasi-Methoden angewendet zu haben, um an Bild und Tonmaterial zu kommen. Stimmt! Aber darum hast Du auch so manches mal geschmunzelt, als Du diesen Bericht gelesen hast. Rechtschreibfehler sind beabsichtigt und interpretierbar. Die Film-Premiere von „Vattertachstour 2010“ wird im Juni 2010 im GH stattfinden und wer so fleißig gelesen hat, darf jetzt die Fotos sehen.

GREGOR